Die Beta-Organisation - wie wir in Zukunft zusammen arbeiten

Der globale Wettbewerb zwingt den Mittelstand, flexibel und schnell auf Marktänderungen und Marktchancen zu reagieren. Die Arbeitswelt ist geprägt von starker Dynamisierung und zunehmender Projektarbeit. Klassische tayloristisch geprägte Arbeitsmodelle haben sich überlebt. Sie sind zu starr, zu hierarchisch und reaktionsträge. Moderne Organisationsprinzipien fokussieren auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter und dann die Zufriedenheit der Kunden. Gute und zuverlässige Mitarbeiter sind das Kapital der Arbeit im 21. Jahrhundert. Jedoch haben  zwei Drittel der Arbeitnehmer in Deutschland innerlich gekündigt oder zumindest eine geringe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitsplatz (Gallup-Studie "Engagement-Index 2013"). 


Die Jagd auf die besten Talente der »Generation Y« hat bereits begonnen, und der Mittelstand sieht sich gegenüber großen Konzernen mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: Karrierewege und Verdienstmöglichkeiten scheinen nach außen hin oft weniger attraktiv. Ein Umdenken in der Organisation der Unternehmen ist gefragt, um Arbeitsplätze für junge Talente attraktiv zu gestalten und diese langfristig zu binden. 


Das Prinzip einer solchen neuen Organisationsstruktur ist der »Betacodex« (Niels Pfläging et. al.). Mitarbeiter in Unternehmen sollen nach dem Betacodex wie Menschen und nicht wie unmündige Befehlsempfänger behandelt werden. Führung ist geprägt von einer »simultanen Lose-Eng-Kopplung« zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Weisung und Kontrolle haben als Organisationsprinzip ausgedient, da sie zu ineffizienten Strukturen, Bürokratie, Machtspielen zur Machtsicherung und Karrierefokussierung unter den Mitarbeitern und Führungskräften führen. 


Relative Ziele entlang der Unternehmensstrategie bestimmen die Richtung der Zusammenarbeit. Dieses sind z. B. Ranglisten oder Teamvergleiche, durch die sozialer Druck entsteht, das Richtige zu tun. Relative Ziele bilden die Basis für die Steuerung selbstverantwortlich handelnder und entscheidender Mitarbeiter. Top-Down-Regelketten verlieren ihre Bedeutung. Zukünftige Unternehmen organisieren fördern »Dezentralisierung und Autonomie« und deren Mitarbeiter handeln nach dem Prinzip »Tue nichts, was dem Unternehmen schadet«.

Inhalt

Der Vortrag erläutert praktisch und anhand von Studien die Probleme tayloristischer Organsiationsformen im Mittelstand. Er zeigt anhand diverser Beispiele, dass Prinzipien wie der "Beta-Codex" funktionieren. Die Grundprinzipien des "Beta-Codex" werden erläutert und ermöglichen einen leichten Einstieg in das Thema.

Referent

Prof. Dr. Andre Döring, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Projektmanagement, Managementberater und Prozessexperte im Mittelstand.